Marions Kochbuch, ein Beispiel für Suchmaschinenoptimierung

In mehreren Onlinemedien wird derzeit über Marions-Kochbuch berichtet, weil deren Anbieter »unschuldige« Nutzer abmahnen würden, die Bilder von deren Seite verwenden. Das Unrechtsbewusstsein bei Internetnutzern ist mittlerweile weit zurück gegangen. Jeder denkt, alles sei kostenlos. Wenn man auf jeder Seite die man selbst erstellt zu jedem Bild dazu schreiben müsste, dass dieses geschützt sei, wären Webseiten bald nur noch voller Disclaimer. Wer etwas nicht kann, soll es sich kaufen und es nicht stehlen. Das ist ganz einfach. Wenn ich einen Sonnenschirm im Garten will, nehme ich auch nicht den vom Nachbarn, sondern kaufe mir einen. Einige Medien beschimpfen jetzt den Anbieter, weil dieser die Seiten für Suchmaschinen so optimiert hat, dass diese fast immer an erster Stelle gefunden werden. Bei der ARD werden sogar so abstruse Theorien aufgestellt wie »Suchmaschinen wollen keine vielen Links« oder ähnliches.

Natürlich will eine Suchmaschine keine künstlich aufgeblähten Links zu Webinhalten, so wie das bei Marions-Kochbuch aber gemacht wird, ist das absolut legitim. Keinerlei Links hinter denen nicht das steht, was man vermutet. Es gibt keinerlei Link, der nicht in den Kontext passen würde. Natürlich ist es fragwürdig eine Liste von Rezepten zu listen, die die Zutat Salz benötigen, aber genau das macht Kontext aus. Man kann den Autoren höchstens vorwerfen, dass die Inhalte des Lexikons teilweise sehr dünn und ungenau sind.

Bei der Kontrolle des Codes fiel mir aber viel mehr Optimierungsspielraum auf: wenn man an Stelle der vielen aneinander gereihten <href=""> ein bisschen mehr auf Semantik achten würde und dort noch Listen <li> verwenden würde, wäre das inhaltliche Rating sicher bald noch besser. Die Rezepte selbst und das Layout sind auch noch in eine Layouttabelle gezwängt. Hier wäre mit einer vernünftigen Auszeichnung sicherlich auch noch einiges zu gewinnen. Die Überschriften könnten zum Beispiel mittels <hx> ausgezeichnet werden. Dann wäre da noch die Option die Inhalte mittels CSS zu gestalten, die Seiten würden noch schlanker werden.

Es gibt sicherlich noch ein paar kleinere Makel. Eines kann man ihnen aber nicht vorwerfen: Etwas Unrechtmässiges zu tun. Dass die Abgemahnten meinen es sei Abzocke, ist für die vielen Gerichte, die sich schon damit beschäftigt haben, nur das Bestrafen von sich faul und widerrechtlich Inhalt zusammenkopierenden Nutzern. Ich würde es eventuell ähnlich handhaben.

6 Antworten auf „Marions Kochbuch, ein Beispiel für Suchmaschinenoptimierung“

  1. Sieh mal an: auf dieser Seite kommt mir ein Foto von Herrn Schaeuble entgegen.
    Wenn Sie Ihre Glaubwuerdigkeit nicht vollstaendig verlieren wollen, dann schreiben Sie doch bitte hier, bei welcher Gelegenheit Sie persoenlich dieses Foto geschossen haben – wenn es gekauft wurde, koennen Sie die Quittung einscannen.
    Ich werd die Seite bald wieder besuchen. Ist dann KEIN Beleg hier, dass Sie das Foto GEKAUFT oder SELBST GEMACHT haben, werd ich das entsprechend kommentieren…

    Mit freundlichstem Gruss,
    Veranda

  2. Hallo Timo, wenn man keine Ahnung hat, sollte man es nach Dieter Nuhr halten. Das Bild steht bei Wikipedia unter Public Domain und wird über ein WordPress Plugin, das unter Creative Commens Lizens veröffentlich wird, zur Verfügung gestellt. Ich verwende das Plugin zwar modifiziert, das ändert aber nichts an der Lizenz. Also, setzen 6!

  3. Siehste –

    genau das wollt ich hoeren.
    Abgemahnt werden in Deutschland naemlich auch und gerade Bilder, die von „freien“ Seiten kamen. Das ist doch gerade der Witz, wie das Fernsehen auch berichtete.
    Die „Verwender“ der Bilder sind haeufig Leute, denen das Bild von Unbekannten in ihr Forum gepostet wurde; die das Bild von einer Seite hatten, die es als „copyright-frei“ bezeichnete – oder die den Hinweis der Abmahner ernst nahmen „das … Kochbuch bietet Rezepte und Fotos KOSTENLOS“.

    All diese User hatten ebensoviel Recht oder Unrecht wie Sie mit Ihrem Schaeuble-Bild – dessen Verwendung ich geistreich finde. Was an der Masche der Abmahner nicht in Ordnung ist, ist genau das: dass Leute wie Sie ganz einfach fremde Daten nutzen, sich noch legal verhalten WOLLEN – und trotzdem abgemahnt werden. Es kommt dabei nicht aufs Verschulden an, nicht darauf, ob ein Irrtum vorliegt – sogar Deutsche, die die Bilder GEKAUFT haben, koennen rechtswirksam abgemahnt werden, auch noch fast 10 (zehn) Jahre nach dem Bildkauf.

    Wer zurzeit in Deutschland „geschuetzte“ Fotos in eine freie Bildsammlung einschmuggeln kann, der kann sich danach eine goldene Nase mit Abmahnungen verdienen – und zwar an Menschen wie Ihnen.

    Ihr Schaeuble-Bild ist DAS BEISPIEL: jeder, der wie Sie am WWW teil nimmt, sollte freie Materialien vertrauensvoll verwenden koennen – und zwar, ohne dass man ihm eine Falle damit stellen kann.

    Dazu, dass die Abmahner selbst Inhalte von fremden Wissenschafts-Seiten uebernehmen, instruktiv:

    http://www.heise.de/ct/07/14/080/

    Und dass man Ihre Artikel ein bisschen umschreibt und Sie damit aus der Suchmaschine schubst – das wuerde Ihnen doch auch nicht gefallen?

    Sodele. Im Uebrigen Danke fuer die Antwort. Und: krieg ich jetzt ne 3? 🙂

    Gruesse, Veranda/Timmo

  4. Jaja, all diese Argumentationsketten wurden schon reihenweise durchgekaut. Wenn ich ein Bild verwende, dann schaue ich nach ob es frei verwendbar ist. In dem „tollen“ Beispiel mit Schäuble, der sowieso eine Person des öffentlichen Lebens ist, und daher weniger „Abbildungsschutz“ genießt, habe ich gesucht ob das Bild frei verwendbar ist, wenn ich in anderen Fällen Bilder verwende, hat das zumeist redaktionellen Charakter und manchmal frage ich sogar an ob ich die Screenshots verwenden darf.

    Bevor ich mir ein aus der Google Bildersuche geklautes Tomätchen auf die Seite klebe, fotografiere ich es selbst. Der Schutz des geistigen Eigentums ist gottseidank ein hohes Gut in Deutschland. Ich greife selbst zwar nicht zur Abmahnkeule, schreibe aber dennoch reihenweise Leute an, die Bilder Querverlinken oder zB bei heute.org unsere Tagestipps einfach abkupfern. Was ich mir da manchmal schon habe anhören müssen, weil dass Internet doch kostenlos ist, wer ein dünnes Fell hat, lässt da vielleicht schneller den Anwalt handeln. Wie gesagt, nicht alles was viele ungerecht finden, ist auch unrecht!

  5. ach holger … gerne kannste alle möglichen beispiele von urherberrechtsverletzungen anprangern, aber nicht die liebe marion als opfer verteidigen. das ist echt zu bitter! natürlich verhalten sich die leute falsch, die ein bild von einer anderen website übernehmen. aber was das liebe kochbuch macht ist doch nur offensichtlich … wer kurz vor beginn seiner abmahnwelle alle copyright-hinweise entfernt, völlig überzogene lizenzgebühren und anwaltskosten fordert und und und … der handelt doch nicht als opfer!

  6. Ach Silke, es ist dennoch nicht unrechtmässig, sondern nur ungerecht. Ich behaupte nichts anderes. 😉 Und in erster Linie habe ich mit dem im ARD vorgebrachten „zu vielen“ verlinken und daraufhin mit der Optimierung der Seiten beschäftigt. Die Argumentation die da vorgebracht wird ist absoluter Blödsinn und an den Haaren herbeigezogen. Es gibt hunderte, wenn nicht tausende Seiten die vollständig auf Adsense ausgerichtet sind. Und da ist es extrem wichtig so viel wie möglich Leute auf die Seiten zu kriegen. Nichts anderes tun die Leute. Dass sie nebenher zusammen mit Ihrem Anwalt noch ein paar Euro verdienen. Es kostet nur die, die kopiert haben Geld.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.