Das Abendblatt und der versteckte Inhalt

Das Hamburger Abendblatt hat seit ein paar Tagen ein Bezahlmodell eingeführt, bei dem man die Nachrichten nicht mehr vollständig lesen kann. Erst nach einem Login sieht man alles. Witzig ist aber, dass auf den Newsaggregatoren wie Google-News diese Inhalte dennoch vollständig zu lesen sind. Irgendwie muss das Abendblatt den Newscrawlern also erlauben alles zu sehen. Bei meiner täglichen Praxis mit Suchmaschinenoptimierung wird immer wieder dringend davon abgeraten einer Suchmaschine mehr, und vor allem speziellere Inhalte anzubieten, als dem natürlichen Leser. Aber genau das macht das Hamburger Abendblatt hier. Beim Entwicklen von Webseiten macht es manchmal Sinn sich als ein anderer Browser auszugeben als man es tatsächlich ist. Man kann den User Agent ändern. Für den Firefox gibt es hierzu sogar ein recht praktisches Plugin, den User Agent Switcher. Damit kann man sich bei Bedarf auch als Google-Bot ausgeben. Und siehe da, das Abendblatt zeigt auch mir alle News vollständig. Mich würde nicht wundern, wenn das ein Grund wäre aus dem Index von Google zu fliegen, wieso sollte das Abendblatt anders behandelt werden als der kleine Friseur um die Ecke? Vor allem machen sich die Printmedien hier zu nutze, wen sie eigentlich seit Monaten als Webkommunisten bekämpfen. Google eben.

Die Printmedien haben einfach immer noch nicht kapiert, dass die meisten Zeitungen noch aus einer Vor-Internetzeit stammen, in der der Abonnent gerne dafür bezahlte morgens im Briefkasten eine Sammlung aktueller Neuigkeiten zu erhalten. Das war eine Dienstleistung, die heute fast gänzlich obsolet ist, bis auf wenige wissenschaftliche, oder auch technisch sehr speziell recherchierte Themen.

Minarettverbot – Rassismus oder verständliche Reaktion?

Ich kann gar nicht so viel essen wie ich k**** muss, wenn ich die derzeitige Debatte sehe. Wo fangen wir an, oder wo hören wir auf, wenn es einer moslemischen Gemeinde nicht mehr erlaubt sein darf ein Gotteshaus zu bauen das den ihrigen Wertvorstellungen entspricht? Das wäre irgendwie, als wenn man Synagogen die Tora im Aron Hakodesch verbieten würde, oder der Kirche das Altarschiff. Keiner würde auf eine solche abstruse Idee kommen, wie sie jetzt in der Schweiz durch den Volksentscheid für moslemische Gotteshäuser bestehen wird. Wenn ich dann die Befürworter aus der Schweiz (Roger Köppel), oder auch den CDU Recken Jürgen Bosbach gestern zum Beispiel in hartaberfair hören muss, die anführten, dass in vielen moslemischen Ländern Christen nicht einmal einen Gebetsraum einrichten könnten, dann steht mir sprachlos der Mund offen. Haben diese »Christen« denn noch nie etwas von ehernen abendländischen Grundsätzen: »Du sollst gleiches nicht mit gleichem vergelten«, oder »Was du nicht willst was man dir tu, das füg auch keinem andern zu« gehört?

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