Web 2.0 und JavaScript ohne Fallback

Es ist immer wieder schade, dass man Webseiten ohne Fallbacklösung sehen muss. JavaScript wird vorraus gesetzt. Gerade große Firmen sollten und können es sich nicht leisten. Im derzeitigen Hype (oder eben auch Wunsch) nach usergenerierten Inhalten und Anwendungen, die sich wie am Rechner zu Hause bedienen lassen, wird aber immer öfter vergessen, dass diese dann nicht mehr bedienbar sind, wenn man JavaScript nicht unobtrusiv einsetzt.

Eine große Herausforderung nicht nur für die Entwickler von Webseiten, sondern auch für den Designer, dem bewusst sein muss, dass eben ein Button nur in den neuesten und gängisten Browsern über CSS so formatiert werden kann, dass er aussieht wie ein Textlink. Ich hatte gerade erst das Problem, dass ein aktueller Safari keine CSS Styles auf einem <input type="submit" name="submit" value="text"> akzeptierte und trotzdem die Systembuttons darstellte. Ohne Button würde man einen Submit nicht realisieren können, da dazu ein onclick-Handler nötig wäre, der den Aufruf ohne JavaScript nur zu einem GET und nicht zu einem POST machen würde. (Mit allen Restriktionen die das mit sich bringt)

Wie man die Userexperience ruinieren kann, ist im verlinkten Artikel wunderbar beschrieben und eine einfache Suche bei Google, auf die im Artikel auch hingewiesen wird, zeigt wie viele Webentwickler und Designer immer noch meinen Ihre Besucher gängeln zu müssen.

Dass die Webseiten für mobile Geräte praktisch unsichtbar sind und auch Screenreader keinerlei Inhalte darstellen können, sollte mittlerweile klar sein. Ich bin damit gerade selbst konfrontiert, da ich mir für Anschauungszwecke eine PSP gekauft habe. Ich dachte anfänglich, dass ich damit Abends, gemütlicher als mit dem Laptop, auf der Couch durchs Web surfen könnte, da diese WIFI fähig ist. Aber weit gefehlt. Selbst einfach aussehende Webseiten lassen sich praktisch nicht bedienen. Nur wenige haben einen Stylesheet für mobile Endgeräte, oder lassen sich eben ohne JavaScript Spielereien bedienen.

In meiner täglichen Arbeit bin ich immer wieder damit konfrontiert, dass z.B. .NET per default einfach mittels JavaScript validiert. Wenn man aber bedenkt, dass entweder ein Benutzer mit deaktiviertem JavaScript eine völlig unvalidierte Form absenden kann, oder einfach ausgeschlossen bleibt, ist das eigentlich Irrsinn. Im ersten Fall wird der Datensatz unsauber, ganz zu schweigen von der Sicherheit, im zweiten werden Benutzer ausgeschlossen. Ich hatte es schon einmal geschrieben, wer möchte auf soundsoviel Prozent seiner Kundschaft verzichten?

Wie man schöne, sich selbst validierende Formulare baut, hatte ich schon einmal angesprochen.

Wenn man einmal selbst erleben will, wie unverantwortlich manche Programmierer mit JavaScript umgehen, sollte sich die NoScript Erweiterung für den Firefox installieren. Wie oft man dann weiße Seiten sieht, die nicht einmal darauf hinweisen, dass man JavaScript deaktiviert hat, ist erstaunlich. Man bekommt einen Eindruck, was Screenreader und Suchmaschinen tagtäglich sehen dürfenmüssen.

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