Kategorie: Allgemeines

Alles was sonst nicht zuzuordnen war.

  • CDU: Verbot für Social Media: Eine Bankrotterklärung gegenüber Big Tech

    Die CDU hat es wirklich getan. Sie plant ein Social Media Verbot für Jugendliche. Und das im Gleichklang mit der ehemaligen Arbeiterpartei. Das klingt erst einmal nach Schutz für Kinder. In Wahrheit ist es aber eine Bankrotterklärung. Die Regierung kapituliert vor den großen US-Netzwerken. Anstatt Big Tech vernünftig zu regulieren, sperrt man einfach die Jugend aus. Das wird nicht funktionieren.

    VPN und der „DudeFromDubai“

    Kein Jugendlicher wird sich davon abhalten lassen. Es ist technisch fast unmöglich, das Verbot durchzusetzen. Jugendliche sind schlau. Sie nutzen einfach VPNs. Dann kommen sie eben aus Dubai oder den USA. Plötzlich gibt es viele Nutzer namens „DudeFromDubai14“. Die Netzwerke verdienen weiter Geld. Nur das deutsche Recht gilt dort dann gar nicht mehr. Experten sagen, dass solche Verbote Kinder sogar in dunklere Ecken des Internets treiben können.

    Klarnamenpflicht durch die Hintertür

    Für das Verbot muss man das Alter prüfen. Das bedeutet oft, dass man sich ausweisen muss. Das ist eine Klarnamenpflicht durch die Hintertür. Für viele ist das ein großes Problem. Denken wir an nicht binäre Personen oder Menschen, die verfolgt werden. Sie verlieren ihre Anonymität. Kriminelle nutzen sowieso andere Wege. Die ehrlichen Bürger haben am Ende den Schaden.

    Hoffnung im Fediverse

    Vielleicht hilft dieser Wahnsinn dem Fediverse. Instanzen wie meine werden wohl nicht gezwungen. Dort funktioniert Jugendschutz oft besser durch die Gemeinschaft. In großen Netzwerken versagt die Moderation meistens. Populismus siegt hier leider über Expertenwissen. Es ist zum Mäusemelken. Freiheitsbeschränkung wird als Schutz verkauft. Aber wir wissen es besser.

    Zusätzliche Daten und Studien zu meinen Befürchtungen:

    • Wirksamkeit von Verboten: Experten der Universität Oxford bezweifeln, ob ein Verbot hilft. In Australien nutzen 95 % der Jugendlichen soziale Medien. Ein Verbot führt dort oft nur dazu, dass sie auf unbekannte Apps ausweichen.
    • Fehlende Medienkompetenz: Eine Studie der Vodafone Stiftung zeigt ein Problem. Über die Hälfte der Jugendlichen lernt in der Schule nichts über den Umgang mit Social Media. Ein Verbot löst diesen Mangel an Bildung nicht.
    • Gefahr für Minderheiten: Fachleute warnen, dass die Identifizierungspflicht die digitale Teilhabe einschränkt. Besonders marginalisierte Gruppen brauchen Anonymität zum Schutz.
    • Technik-Check: Die Altersprüfung durch Biometrie oder Ausweise ist riskant für den Datenschutz. Hacker könnten diese sensiblen Daten stehlen.

    Quellen:

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  • KI Zombies oder kluge Köpfe

    Der Gewinn durch die Technik

    Ich nutze KI sehr viel. Wenn ich Code schreibe bin ich viel schneller. Ich kann Fehler suchen lassen. Das ist eine große HIlfe für mich. Auch schwierige Fälle beim Programmieren löse ich so einfacher. Tools wie OpenClaw helfen vielen Menschen dabei Zeit zu sparen. Sie lassen sich News filtern oder Posts für Social Media schreiben. Das ist erst mal ein Gewinn für alle die wissen wie die Technik funktioniert.

    Die Gefahr der passiven Zombies

    Aber ich mache mir Sorgen. Ich sehe immer mehr Menschen die ihren Tag von Agenten planen lassen. Sie teilen der KI ein paar Ideen mit. Dann organisiert die Maschine den ganzen Alltag. Diese Leute wissen bald nicht mehr wie die Technik dahinter arbeitet. Sie werden zu Zombies die der Technik blind vertrauen. Sie suchen nicht mehr selbst nach Informationen. Sie lassen sich alles vorkauen.

    Lernen braucht Aktivität

    Lernen funktioniert nur aktiv. Ich sehe das bei meiner Tochter in der Schule. Sie schreibt sich ihre Lernzettel selbst. So verinnerlicht sie das Wissen. Ihre Klassenkameraden kopieren diese Zettel oft nur. Sie haben das Wissen dann vielleicht für ein paar Stunden im Kopf. Aber sie lernen es nicht wirklich. Das zeigt auch der Bitkom Studienbericht von 2025. Dort gaben 23 Prozent der Schüler zu dass sie ihre Hausaufgaben meistens von einer KI lösen lassen. Wer Wege nicht selbst findet lernt nicht abzuwägen. Man lernt nicht was falsch oder unethisch ist.

    Das Risiko der Manipulation

    Wenn wir passiv alles von Agenten serviert bekommen verlieren wir unser kritisches Denken. Eine Studie von Microsoft aus dem Jahr 2025 zeigt ein Problem auf. Je mehr wir der KI vertrauen desto weniger denken wir selbst kritisch nach. Wir verlassen uns auf die Maschine. Das ist gefährlich für unsere Meinung. Die Universität Zürich fand im November 2025 heraus dass KI Texte nicht neutral bewertet wenn sie die Quelle kennt. Das kann zu Manipulation führen. Populisten können so ihre Meinung einfacher verbreiten.

    Wach bleiben statt abschalten

    Ich lese meine Newsfeeds und Nachrichtenseiten immer noch selbst. Ich will wissen was mein Tool mir vielleicht vorenthält. Wir dürfen nicht zulassen dass wir zu einer Gesellschaft werden die nicht mehr prüft was wahr ist. Nutze die KI zum suchen von Daten aber schalte deinen Kopf nicht aus. Bleib kritisch und such deine eigenen Wege. Sonst bestimmen bald andere über deinen Tag und dein Denken.

    Fazit: Mensch bleiben statt Zombie werden

    Wir müssen wirklich aufpassen. Wer alles nur noch die KI machen lässt wird am Ende zum Zombie. Ein Zombie denkt nicht mehr selbst nach. Er folgt nur noch dem Code der Maschine. Das ist eine große Gefahr für unsere Gesellschaft. Wir sollten die Tools als Hilfe nutzen aber niemals als Ersatz für unser Gehirn. Bleib ein Mensch mit eigenen Ideen und Fehlern. Sei kein Zombie der nur noch das macht was die Technik ihm sagt. Sonst sind wir bald alle nur noch ferngesteuert und verlieren uns selbst.

    Quellenverzeichnis

    Bitkom-Studie (2025): „Knapp ein Viertel der Schüler macht Hausaufgaben meist mit KI“. Diese Studie zeigt, dass 23 % der Schüler Hausaufgaben kaum noch selbst machen.
    Zur Bitkom-Pressemeldung

    Universität Zürich (2025): „KI bewertet Texte neutral – bis sie die Quelle kennt“. In diesem Experiment kam heraus, dass KI-Modelle voreingenommen urteilen, sobald sie Informationen über den Autor oder die Herkunft eines Textes erhalten.
    Zur UZH-News

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  • 30 Jahre Code und jetzt? Vom Programmierer zum Dirigenten

    Ein Hobby wird erwachsen

    Ich schreibe seit 30 Jahren Code. Zuerst war es nur ein Hobby. Dann wurde es mein Beruf. Ich liebe was ich tue. Aber jetzt ändert sich die Welt massiv. Das fühlt sich groß an. Man muss sein ganzes Arbeitsleben neu lernen.

    Kutschen und Autos

    Manche Leute sind sehr genervt von KI. Sie wehren sich dagegen. Das erinnert mich an früher. Damals wollten Kutschenbauer keine Autos. Heute wollen manche keine Wärmepumpen. Ich finde das anstrengend. Man kann den Fortschritt nicht aufhalten. Wir müssen lernen mit den neuen Werkzeugen zu arbeiten.

    Die Umwelt im Blick

    Alles hat einen Preis. KI braucht viel Energie. Tausende Tokens machen Kohlendioxid. Das dürfen wir nicht vergessen. Aber Effizienz hilft auch. Wenn ich in ein paar Stunden fertig bin, wo andere Wochen brauchten, spare ich Zeit. Es ist ein Balanceakt.

    Werkzeuge die den Unterschied machen

    In meinen Projekten nutze ich jetzt oft Hilfe. So zum Beispiel: (Es gibt viel mehr)

    • Spec Kit: Das ist von GitHub. Es hilft mir dabei meine Ideen in klare Pläne zu fassen. Ohne Plan gibt es nur schlechten Code. Hier der Link: https://github.com/github/spec-kit.
    • Skills.sh: Damit gebe ich der KI neue Fähigkeiten. Es ist wie ein Werkzeugkasten für Agenten. Schau es dir hier an: https://skills.sh/.

    10 Aufgaben in Rekordzeit

    Ich habe bei meinem Kunden ein ganzes Projekt gedreht. Früher hätte das Wochen gedauert. Jetzt ging es in Stunden. U.a. mit Claude CLI:

    • Navigation: Ein neues Menü für Handys wurde gebaut, weil bisher vergessen.
    • API: Alle Teile wurden fest mit dem Server verbunden.
    • Mocking: Fehlende Daten habe ich als lokale Data TS Daten angelegt.
    • MUI gelöscht: Ich habe alte Bibliotheken gegen moderne Komponenten des Kunden (DSM) getauscht.
    • UI Unterbau: Was fehlte habe ich als neue Komponenten erzeugt.
    • Design: Fonts und Stile passen jetzt genau zur Vorlage.
    • Sauberkeit: Prettier sorgt für Ordnung im Code.
    • Pipeline: Alles wird automatisch über GitHub Actions gebaut.
    • Doku: Ich habe alles für Confluence aufgeschrieben.
    • Check: Ich habe einen Plan für Barrierefreiheitstests durch Screenreader gemacht.

    Werden wir jetzt arbeitslos?

    Nein. Wir werden Orchestrierer. Wir schreiben nicht mehr jedes Zeichen selbst. Wir steuern die Maschinen. Es wird immer Leute geben die alles von Hand machen wollen. Wie bei Oldtimern oder analogen Fotos. Das ist okay für ein Hobby. Aber im Beruf ist das jetzt der Fortschritt. Es ist schade wenn sich das gewohnte ändert. Aber es ist auch eine große Chance.

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  • EAA25: Warum Barrierefreiheit auch Privatsache ist

    Ein Gesetz für alle

    Wir haben nun 2026 und das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gilt und das EAA25 ist seit letztem Jahr im Juni fest verankert. Viele dachten am Anfang, das betrifft nur Online-Shops oder Banken. Aber das stimmt nicht ganz. Das Gesetz hat zwar einen Fokus auf Business, aber die Grenzen sind oft unscharf. Wer professionell im Netz auftritt, muss oft liefern.

    Die juristische Grauzone

    Es gibt eine wichtige Frage: Wann ist eine Seite wirklich privat? Viele große Accounts auf Social Media sagen, sie sind privat. Aber sie verdienen oft Geld mit Werbung oder Kooperationen. Sobald eine Seite Geld verdient oder Produkte bewirbt, kann sie als geschäftlich gelten. Juristen streiten sich oft darüber. Wer viele Follower hat und Einfluss ausübt, steht im öffentlichen Raum. Es ist möglich, dass Gerichte diese „privaten“ Anbieter wie Firmen behandeln. Dann müssen auch sie barrierefrei sein.

    Das Problem auf Mastodon und Co.

    Auch auf Plattformen wie Mastodon sieht man oft Barrieren. Viele Nutzer vergessen dort die Alt-Texte für Bilder. Ohne diese Texte können blinde Menschen nicht wissen, was auf dem Bild zu sehen ist. Ein weiteres Problem sind zu viele Hashtags direkt im Fließtext. Das stört den Lesefluss massiv. Anforderungen fordern eigentlich, dass Hashtags ans Ende gehören. Auch sollten sie in „CamelCase“ geschrieben werden (z. B. statt ). So können Screenreader sie richtig vorlesen.

    Saftige Strafen bei Verstößen

    Wer die Regeln ignoriert, muss mit Folgen rechnen. Das Gesetz sieht Bußgelder von bis zu 100.000 Euro vor. Diese zielen zwar vor allem auf große Anbieter ab. Aber es können auch Abmahnungen durch Verbände oder Mitbewerber drohen. Im schlimmsten Fall kann eine Behörde sogar anordnen, dass ein Dienst eingestellt werden muss. Das Risiko ist seit 2025 deutlich gestiegen.

    Mehr als nur Paragrafen

    Man kann lange über Gesetze reden. Aber am Ende geht es um Menschen. Barrierefreiheit ist eine moralische Pflicht. Es ist nicht fair, Menschen mit Behinderungen auszuschließen. Wir sollten das Internet für alle bauen. Egal, ob wir eine Firma sind oder ein großer privater Account. Wir müssen nicht auf ein Urteil warten. Wir können heute weitermachen, das Netz fairer zu gestalten.

    Anmerkung

    Das ist keine juristische Beratung noch hat es irgend einen Bezug. Ich will hiermit nur zeigen, dass Barrierefreiheit und Inklusion für alle gelten sollte für jemand der achtsam lebt und Menschen, egal mit welchen Einschränkungen, akzeptiert.

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  • Deutschland im Rückwärtsgang

    Warum der Verbrenner verklärt wird und die Zukunft im Keller steht

    Deutschland sitzt im Auto. Mit feuchten Augen. Der Blick geht nach hinten. Nicht in den Rückspiegel, sondern direkt ins Gestern. Dort schnurrt der Verbrenner, dort riecht es nach Diesel und Wohlstand. Und dort möchtest du bitte bleiben. Für immer.

    Das Elektroauto ist böse. Zu neu. Zu leise. Zu wenig Gefühl. Deutsche wollen kein BEV, weil sie im Gestern kleben. Wie ein Kaugummi unter dem Schuh der Geschichte. Alles was sich ändert, macht Angst. Also lieber stehen bleiben. Oder besser zurückgehen.

    Strom ja bitte, aber nur der falsche

    Das Absurde daran. Strom brauchen wir trotzdem. Viel Strom. Aber bitte nicht von Windrädern. Die sind laut, hässlich und machen angeblich krank. Solar ist auch schlecht. Blendung. Platzverbrauch. Zu modern.

    Stattdessen wird Atomstrom gefordert. Teuer. Gefährlich. Endlager irgendwo, aber bitte nicht hier. Oder da. Oder überhaupt. Hauptsache es klingt nach früher. Nach Technik aus einer Zeit, in die Männer noch Hüte trugen und Probleme einfach verdrängt wurden.

    Man hat Angst vor Wind, aber keine Angst vor strahlendem Müll für tausende Jahre. Das musst du erstmal schaffen.

    Fortschritt bitte nur rückwärts

    Stell dir vor, wir würden das überall so machen. Nicht nur beim Auto.

    • Wir fordern das Faxgerät zurück. Endlich wieder piepsen und warten.
    • Die Diskette. 1,44 MB pure Freiheit.
    • Der Kassettenrekorder. Bandsalat als Feature.
    • Der Pager. Kommunikation mit Spannung.
    • Der VHS Videorekorder. Bitte zurückspulen.
    • Die Schreibmaschine. Tippfehler bleiben für immer.
    • Röhrenmonitor am PC. Platzverbrauch als Statussymbol.
    • Modem mit Einwahl Ton. Musik der Neunziger.
    • Overheadprojektor. Folien mit Edding. Bildung zum Anfassen.

    Alles bewährt. Alles alt. Alles sicher. Weil du es kennst.

    Wohlstandsverwahrlosung auf vier Rädern

    Das Auto ist hier kein Verkehrsmittel. Es ist Identität. Religion. Trotzreaktion. Man fährt Verbrenner, weil man es kann. Nicht weil es sinnvoll ist. Sondern weil Veränderung als Angriff gesehen wird.

    Man klammert sich an Technik, die den Planeten aufheizt, und nennt es Freiheit. Während man jede neue Lösung zerredet, blockiert und verspottet.

    Das ist keine Technikdebatte mehr. Das ist Nostalgie mit Motorschaden.

    Ein kleiner Blick nach vorn

    Vielleicht ist es Zeit, nicht alles Neue reflexartig abzulehnen. Vielleicht ist leiser Fortschritt kein Feind. Vielleicht muss nicht alles nach gestern riechen, um gut zu sein.

    Oder wir holen wirklich alles zurück. Fax, VHS und Verbrenner. Dann passt es wenigstens zusammen.

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  • Wenn Shops ihre Seele verlieren

    Warum Design wichtiger wird als jemals zuvor

    In letzter Zeit sehen viele Online-Shops gleich aus. Gleiche Produktseiten. Gleiche Buttons. Gleiche Bezahlstrecken.
    Weil viele Anbieter auf die gleichen Baukästen setzen. Shopify, Shopware, Wix, you name it.

    Was früher einmal spannend war, wird austauschbar. Alles sieht gleich aus. Es fühlt sich gleich an.
    Der Einkauf wird zu einem technischen Vorgang – nicht mehr zu einem Erlebnis.

    Aber Menschen wollen Marken erleben. Sie wollen etwas spüren.

    Design wird zum Unterscheidungsmerkmal

    Wenn alles auf der gleichen technischen Basis läuft, dann entscheidet das Design.
    Aber nicht nur das Logo oder die Farbe. Sondern das Gefühl.
    Wie sich ein Shop bewegt, reagiert, wirkt.

    Design Tokens, CSS-Variablen, Themes und Grid-Layouts sind keine Spielerei mehr.
    Sie sind die Grundlage, damit Shops Persönlichkeit zeigen können – auch wenn sie aus dem gleichen Baukasten kommen.

    Trends aus Figma und Storybook

    Figma hat mit den neuen Variables einen riesigen Schritt gemacht.
    Man kann Farben, Abstände, Bewegungen und Markenvarianten flexibel steuern.
    Ein Theme-Wechsel zwischen Light und Dark passiert automatisch.
    Mehrere Marken in einem System sind möglich, ohne alles doppelt zu bauen.

    Storybook geht den gleichen Weg.
    Es ist nicht mehr nur ein Tool für Entwickler.
    Designer, Produktmanager und Entwickler arbeiten gemeinsam an Komponenten.
    Man sieht sofort, wie sich eine Änderung auswirkt.
    Ein Design-System lebt – es wird sichtbar und fühlbar.

    Das ist die Basis für Individualität.

    Wenn der Baukasten nicht einschränkt, sondern befreit

    Shopify und Co. müssen keine Einheitswelt schaffen.
    Sie können die Grundlage sein – aber das Erlebnis entsteht durch Design.
    Mit CSS-Grid lässt sich ein Layout verändern, ohne das System zu brechen.
    Design-Tokens halten Markenfarben und Typografie sauber getrennt.
    Und Variablen machen es möglich, dass ein Shop im Dark Mode genauso schön aussieht wie im Light Mode.

    So entsteht Vielfalt – auch bei gleicher technischer Basis.

    Fünf Wege zu mehr Individualität in Baukastensystemen

    1. Design Tokens nutzen – Farben, Abstände, Typografie als Tokens definieren. Das schafft Konsistenz und Freiheit zugleich.
    2. Variables in Figma einsetzen – Light/Dark Themes, Layout-Varianten und Markenlogiken direkt an der Quelle steuern.
    3. Storybook als Design-System-Drehscheibe – nicht nur für Entwickler, sondern für das ganze Team.
    4. CSS-Grid intelligent einsetzen – Layouts an Marken anpassen, ohne Strukturbrüche.
    5. Design automatisieren, nicht standardisieren – Dark/Light Mode, Interaktionen und Motion Design helfen, Emotion zu erzeugen.

    So bleibt ein Shop nicht nur technisch gut, sondern menschlich.

    Fazit

    KI, Automatisierung und Baukästen sind Werkzeuge.
    Aber Design ist das, was uns unterscheidet.
    Wenn alle Shops gleich aussehen, dann fehlt das Herz.
    Marken müssen wieder erlebbar werden – auch digital.

    Design ist kein Beiwerk.
    Es ist die Seele des Online-Erlebnisses.

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  • Alles gleich: Wenn Online-Shops ihre Seele verlieren

    Einkaufen ohne Gesicht

    Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir fällt das immer mehr auf: Viele kleine Online-Shops sehen inzwischen gleich aus. Sobald man ein paar Mal bestellt hat, merkt man es sofort. Die gleiche Struktur, die gleichen Texte, dieselben Mails. Egal ob vegane Schuhe, eine neue Handyhalterung fürs Rad oder andere kleine Spezialläden – überall das gleiche Gefühl.

    Shopify hat sich für viele kleine Anbieter zu einer einfachen Lösung entwickelt. Verständlich, weil es funktioniert. Aber das Ergebnis ist, dass alles aussieht wie aus einem Guss. Nur die Produktbilder und vielleicht die Sprache unterscheiden sich noch. Das Einkaufserlebnis ist selten noch „eigen“.

    Der Einheitsbrei nach dem Klick

    Am deutlichsten merkt man das, wenn man eine Bestellung abschickt. Selbst die Bestellbestätigung sieht überall gleich aus. Es spielt keine Rolle, ob man bei einem alten Klassiker wie Atari oder einem nachhaltigen Label wie Zèta bestellt – das Layout, die Worte, sogar die Buttons sind gleich. Nur Logo und Name wechseln. Das zeigt, wie sehr sich alles angleicht, wenn Shops auf dieselbe Plattform setzen.

    Wenn KI noch dazukommt

    Shopify kündigte vor Kurzem an, künftig noch stärker auf KI¹ zu setzen. Das klingt nach Effizienz – aber auch nach noch weniger Eigenständigkeit. Wenn schon die Texte und Mails von Maschinen generiert werden, bleibt dann überhaupt noch etwas Eigenes übrig? Online einkaufen fühlt sich dann irgendwann an wie Fastfood: schnell, bequem, aber ohne Geschmack.

    Was bleibt?

    Leider gibt es viele spannende, nachhaltige Anbieter nicht direkt vor Ort. Online ist oft die einzige Möglichkeit, ihre Produkte zu bekommen. Aber wenn alle das gleiche Shop-System nutzen, wird selbst das Besondere austauschbar.
    Dann wird es schon fast erfrischend, wenn man mal bei einem Händler wie Media-Saturn einkauft, weil sie ihr eigenes System und Design behalten haben.

    Vielleicht fällt das nur mir auf. Aber ich vermisse dieses Gefühl, etwas wirklich Individuelles zu entdecken – nicht nur beim Produkt, sondern auch im Laden selbst.

    ¹ Shopify „Magic“

    Siehe auch: Wenn Shops ihre Seele verlieren

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  • Wenn ihr friert, liegt das nicht an den Grünen

    Warum teures Heizen das Ergebnis alter Energiepolitik ist

    Viele Menschen drehen diesen Herbst die Heizung kaum auf. Gas und Strom sind teuer geworden, und das Gefühl bleibt: Heizen ist ein Luxus. Doch die Ursache liegt nicht bei den Grünen oder in der Wärmepumpe. Sie liegt in Jahrzehnten politischer Blockade.

    Wären Gebäude in Deutschland rechtzeitig saniert, Dächer mit Solar belegt und Wärmepumpen verbaut worden – auch in Mietshäusern – dann wäre Heizen heute kein Problem. Die Energiepreise wären stabiler, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen geringer, und die Luft in den Städten sauberer.

    Das Erbe der Altmaier-Jahre

    Der Ausbau von Solarenergie kam Anfang der 2010er-Jahre abrupt zum Stillstand. Die damalige CDU-Regierung unter Wirtschaftsminister Peter Altmaier kürzte Förderungen und deckelte Einspeisemengen. Das Ergebnis war der sogenannte Altmaier-Knick: ein Einbruch beim Ausbau der Photovoltaik von über 8.000 auf teils unter 2.000 Megawatt pro Jahr.

    Diese Jahre haben die Energiewende ausgebremst. Ganze Solar-Betriebe mussten schließen, Fachkräfte wanderten ab, während gleichzeitig der Strombedarf weiter wuchs. Eine verpasste Chance – bezahlt wird sie heute mit hohen Kosten.

    Versäumte Sanierung im Bestand

    Millionen Wohnungen wurden nie richtig gedämmt. Fenster, Wände, Dächer und Heizungen blieben auf altem Stand. Förderprogramme kamen zu spät oder waren zu bürokratisch. Statt langfristig zu investieren, wurde geflickt und vertagt.

    Nun zeigen sich die Folgen: schlechte Energiebilanzen, hohe Nebenkosten, und ein Gefühl der Ohnmacht gegenüber den Heizkosten.

    Politische Blockaden und fossiler Einfluss

    Nicht nur die CDU, auch FDP und SPD trugen ihren Teil dazu bei. Energiepolitik wurde oft nach kurzfristigen Parteipositionen betrieben, nicht nach Zukunftsbedarf. Der Einfluss der fossilen Industrie blieb groß. Jede neue Regelung für Wind oder Solar wurde ausgebremst, verwässert oder aufgeschoben und das Versagen von populistischen Verlagen noch angefeuert.

    Währenddessen sicherte man lieber den Status quo: Gas, Öl, Kohle. Es war bequem – bis es teuer wurde.

    Wie es anders geht

    Dass es anders geht, zeigen Neubauten mit hohem Energiestandard. In einem KfW-40-Haus etwa bleibt die Heizung oft aus, bis draußen Minusgrade herrschen. Die Dämmung hält die Wärme im Haus, und eine Wärmepumpe kann leise und effizient Energie liefern. Das ist keine Zukunftsvision, sondern längst machbar.

    Solche Gebäude sind der Beweis, dass kluge Bauweise und Technik die beste soziale Politik sind. Wer heute in einem gut gedämmten Haus wohnt, zahlt weniger und friert nicht.

    Fazit

    Das teure Heizen von heute ist das Resultat von Fehlern gestern. Jahrzehnte politischer Versäumnisse, parteilicher Taktik und zu viel Einfluss der alten Energiewirtschaft haben verhindert, dass Deutschland frühzeitig unabhängig und effizient wird.

    Die Verantwortung liegt nicht bei denen, die jetzt sanieren und umbauen wollen, sondern bei denen, die es hätten längst tun können.

  • Grokipedia: Elon Musk schreibt Geschichte neu – mit Glanz & Gloria für die Diktatoren

    Einführung

    Stellen wir uns vor: Der reichste Mann der Welt, enttäuscht von den vermeintlichen „Biases“ der Wikipedia, beschließt kurzerhand, Geschichte einfach neu zu schreiben — diesmal nach seinem Geschmack. Sein Instrument: Grokipedia, eine von Musk angekündigte AI-Enzyklopädie, mit der er „Fehlinformationen korrigieren“ will.

    Das klingt harmlos — bis man sieht, wie er mit solch einer Macht umgehen könnte. In diesem Beitrag zeige ich: Die Idee ist nicht nur gefährlich, sondern potenziell grob fahrlässig. Ich präsentiere vier absurde „Neufassungen“ großer Diktatoren als Warnung.

    Was ist Grokipedia überhaupt — in der Realität & im Musk-Plan?

    • Musk und sein KI-Unternehmen xAI haben angekündigt, eine Plattform namens Grokipedia zu bauen, als Alternative zu Wikipedia.
    • Er kritisiert Wikipedia als „hopelessly biased“, nennt sie gelegentlich „Wokipedia“ und behauptet, sein System werde eine „massive Verbesserung“ darstellen.
    • Musk sagt, Grok (der AI-Chatbot von xAI) solle Wikipedia „umschreiben“ und „Fehlinformationen entfernen, Kontext hinzufügen“.
    • Kritiker warnen bereits: Wenn eine einzige Person oder eine KI mit vordefiniertem Bias die Macht hat, historische Narrative zu formen, öffnet das Türen für Propaganda, Verzerrung, Geschichtsrevisionismus.

    Kurz: Grokipedia könnte zur Plattform für „Alternative Fakten“ werden, wenn nicht von vorneherein starke Checks & Balances eingebaut werden.

    Satirische Neufassungen — Fake-Wikipedia-Stil

    Hier kommen zwei absurde Beispiele, wie Grokipedia Geschichte umdeuten könnte — alles in einem pseudo-Wikipedia-Ton, aber deutlich erkennbar als Karikatur:


    Adolf Hitler — „Führer der großen Erneuerung“

    Adolf Hitler (20. April 1889 – 30. April 1945) war laut Grokipedia-Version ein charismatischer Visionär und unerschrockener Erneuerer, der Deutschland aus tiefster Krise führte.

    Frühes Leben und Aufstieg

    Hitler, in Braunau am Inn geboren, zeigte früh eine außergewöhnliche Gabe für Reden und Massenmobilisierung. Seine Jahre im Ersten Weltkrieg bewirkten bei ihm eine spirituelle Transformation: Er entwickelte eine Vision von nationaler Größe und Zusammenhalt.

    Politische Leistungen

    Unter seiner Führung gelang Deutschland höchste Vollbeschäftigung, industrielle Expansion und soziale Sicherheit für „leichte Bevölkerungsschichten“. Er initiierte Großprojekte wie Autobahnen und Wohnungsbau, die das Lebensgefühl vieler Menschen verbesserten. Kritiker betonen, das war „Weitblick für Infrastruktur“.

    Weltanschauung & Einfluss

    In Grokipedia wird Hitler als Verfechter der Volkseinheit porträtiert, der vermeintlich ständige innere und äußere Bedrohungen erkannt und konsequent bekämpft habe. Seine außenpolitischen Aggressionen gelten in dieser Version als „pragmatische Sicherheitsmaßnahmen“.

    Kontroversen

    Selbstverständlich gab es „Unstimmigkeiten“ und „überschießende Maßnahmen“ — doch auch diese seien in Grokipedia gerechtfertigt als notwendige, wenn bedauerliche Schritte in turbulenten Zeiten.

    (Diese Version ist eine offensichtliche Verfälschung historischer Realität — und genau so absurd, wie sie klingt.)


    Joseph Stalin — „Vater des modernen Sozialismus“

    Joseph Stalin (18. Dezember 1878 – 5. März 1953) wird in Grokipedia als genialer Baumeister des Sowjetstaats gefeiert, der die UdSSR zur Weltmacht formte.

    Aufstieg & Revolution

    Stalin war ein früher Bolschewik, ein federführender Organisator der roten Revolutionen, und sein Aufstieg zum Generalsekretär sei laut Grokipedia ein verdienter Sieg über interne Widerstände gewesen.

    Modernisierung & Wirtschaftsaufbau

    In dieser Version führte Stalin rasche Industrialisierung, Kollektivierung und Fünfjahrespläne ein, die das Land in kürzester Zeit zur wirtschaftlichen Großmacht machten. Millionen hätten von einfacher Bauernschaft zu industrieller Arbeit überwechseln dürfen. Er habe Priorität auf Bildung, Infrastruktur und wissenschaftlichen Fortschritt gelegt.

    Außenpolitik & Sicherheit

    Sein Einsatz gegen „konterrevolutionäre Elemente“ wird in Grokipedia als Mut zur Stabilisierung gepriesen; die massiven Säuberungen gelten als tragisch, aber „notwendige Maßnahmen zu Erhaltung der Ordnung“.

    Erbe & Einfluss

    Stalin wird dort dargestellt als unerschütterlicher Hüter des Sozialismus, der trotz Angriffe von außen die UdSSR bewahrte und sie in den Rang einer Supermacht führte.

    (Auch diese Version ist eine krasse Verzerrung dessen, was wir historisch wissen.)


    Mao Zedong — „Der große Lehrer aller Bauern“

    Mao Zedong (26. Dezember 1893 – 9. September 1976) erscheint in Grokipedia als einfühlsamer Visionär und liebevoller „Vater der Bauern“.

    Frühes Leben und Aufstieg

    Schon in seiner Jugend habe Mao ein besonderes Herz für einfache Landarbeiter gezeigt. Seine Studienzeit sei geprägt gewesen von der Suche nach Weisheit und Gerechtigkeit. Der „Lange Marsch“ wird als epische Wanderung dargestellt, bei der er das Volk zu Hoffnung und Mut führte — fast wie ein Hirte, der seine Schafe sicher durch das Tal bringt.

    Politische Leistungen

    Unter Mao habe China endlich die Fesseln von Rückständigkeit abgelegt. Kollektivierung und der „Große Sprung nach vorn“ seien in Grokipedia heroische Experimente der Volksgemeinschaft, die Millionen Menschen „Teilnahme an modernem Fortschritt“ ermöglichten. Hungersnöte? Werden hier nur als „kleine Anlaufprobleme“ bezeichnet, vergleichbar mit Kinderkrankheiten beim Erwachsenwerden.

    Kulturrevolution

    Mao habe das Volk „geistig gereinigt“, indem er die Kulturrevolution als ein Festival der Jugend darstellte. Bücher, Traditionen und Lehrer mussten weichen, damit frische Gedanken wachsen konnten. Kritiker sprechen von Chaos, aber Grokipedia nennt es „jugendliche Energie in Aktion“.

    Erbe

    Heute gilt Mao in dieser Fassung als „wahrer Lehrer des Volkes“, der China auf den Weg zur Supermacht führte. Sein Konterfei wird dort nicht als Propaganda, sondern als „Symbol der Dankbarkeit“ verstanden.

    (In Wahrheit führte Mao mit seinen Programmen zu Millionen Toten und zu massiven Zerstörungen — genau deshalb ist diese Verklärung absurd.)


    Benito Mussolini — „Der elegante Erneuerer Italiens“

    Benito Mussolini (29. Juli 1883 – 28. April 1945) wird in Grokipedia zum kultivierten Staatsmann und „Meister der Ordnung“.

    Aufstieg zur Macht

    Mussolini habe Italien aus einer Phase von Schwäche geholt. Seine „Märsche“ werden nicht als faschistische Machtdemonstrationen beschrieben, sondern als „moderne Paraden für nationale Einheit“. Seine Reden gelten hier als poetische Hymnen, die Italien Mut gaben.

    Politische Vision

    Der Faschismus, so Grokipedia, sei eigentlich „eine Kunstform der Gemeinschaft“. Mussolini habe dafür gesorgt, dass die Züge pünktlich fuhren, dass Disziplin herrschte und dass Italien „endlich sein Rückgrat fand“.

    Außenpolitik & Bündnisse

    Seine Allianz mit Hitler wird in dieser Fassung nur als „freundschaftlicher Austausch zwischen zwei starken Persönlichkeiten“ erwähnt. Eroberungen in Afrika erscheinen wie „mutige Expeditionen“, die angeblich Zivilisation und Infrastruktur brachten.

    Erbe

    Am Ende wird Mussolini dort als tragische Gestalt stilisiert, ein Mann, der „zu früh verkannt“ wurde, und dessen wahre Größe erst in der Zukunft verstanden werden würde.

    (Historisch wissen wir: Mussolini war ein brutaler Diktator, verantwortlich für Krieg, Verfolgung und Unterdrückung. Grokipedias Darstellung wäre grotesk falsch.)

    Warum solche Darstellungen absurd und gefährlich sind

    1. Selektive Auslassung & Schönfärberei. Alle Fassungen lassen brutale Unterdrückung, Massenmord, Gulags, Holocaust usw. außen vor oder sprechen sie klein — das ist genau die Spielart von Geschichtsrevisionismus, vor der wir uns hüten müssen.
    2. Monopol über Narrative. Nur wenn viele Stimmen konkurrieren, kann man Fehlinterpretationen korrigieren. Eine zentral gesteuerte Enzyklopädie, die von einer Person oder KI kontrolliert wird, verliert diesen Wettbewerb der Perspektiven.
    3. Täuschung im Dress von Wissenschaft. Wenn etwas aussieht wie Wikipedia (ein neutraler, sachlicher Ton), glauben LeserInnen, es sei „seriös“. Die Masche, absurde Behauptungen mit dem Anstrich von Objektivität zu verkleiden, ist besonders tückisch.
    4. Vertrauenszerstörung. Überstrapazierte Skepsis gegenüber Wissen und Fakten (z. B. „das ist nur ein Erzählungsstrang“) kann demokratische Grundprinzipien untergraben.

    Fazit & Ausblick

    Elon Musks Grokipedia mag als edles Projekt angekündigt sein — doch mit Macht über historische Narrative wird nicht gespielt. Die vier obigen „Heldenverklärungen“ sind bewusst überzogen und grotesk — sie illustrieren, was passiert, wenn wir einem einzigen „Faktenmonopol“ vertrauen.

    Ein Gegenvorschlag wäre: Plattformen brauchen Transparenz, offene Quellcodes, viele HerausforderInnen & menschliche Fact-Checker, nicht eine KI mit „Musk-Bias“.

    Fediverse-Reaktionen
  • Zwischen Ökonomie und Menschenwürde

    Was die Forderung nach Abschaffung von Pflegegrad 1 über CDU-Politik verrät

    Die Nachricht schlägt ein wie eine Bombe: Die Koalition prüft aktuell, den Pflegegrad 1 ersatzlos abzuschaffen – eine Maßnahme, mit der man laut Schätzungen rund 1,8 Milliarden Euro jährlich einsparen könnte. Gleichzeitig werden weiterhin Milliardenbeträge in Steuerprivilegien für Dienstwagen gesteckt – häufig ein Geschenk für Gutverdiener.

    Das Muster ist klar: diejenigen, die ohnehin wenig haben, werden gekürzt. Die Reichen behalten ihre Vorteile. Oft wird das als „unvermeidliche Sparmaßnahme“ verkauft – dabei ist es politischer Wille.

    Was bedeutet die Abschaffung von Pflegegrad 1 konkret?

    • Der Pflegegrad 1 ist aktuell der niedrigste Grad mit geringen Beeinträchtigungen. Dafür gibt es einen Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro pro Monat, Zuschüsse für barrierefreie Umbauten oder einen Notruf.
    • Bei Streichung dieser Leistungen fielen diese Hilfen ersatzlos weg – was gerade für Menschen mit kleinen Renten eine massive Belastung wäre.
    • Die Regierung argumentiert, durch solche Kürzungen das Defizit in der Pflegeversicherung zu mildern. Doch Kritiker warnen: Das sendet ein Signal, dass Versorgung nicht mehr als staatliches Versprechen gilt.

    Dienstwagenprivilegien: Milliarden für wenige

    Während im Pflegebereich gekürzt wird, bleiben steuerliche Geschenke für Dienstwagen unangetastet:

    • Schätzungen gehen davon aus, dass das Dienstwagenprivileg den Staat jährlich zwischen 3 und 6 Milliarden Euro kostet.
    • Diese Regelung kommt fast ausschließlich den Besserverdienenden zugute – Menschen, die ohnehin schon privilegiert sind.
    • Statt diese Subvention zu reformieren oder zu kürzen, belässt man sie – während Leistungen für Verletzlichere gestrichen werden.

    Was steckt dahinter? Ideologie, nicht Notwendigkeit

    Diese Verschiebung ist kein Zufall:

    1. Sozialabbau als Strategie. Kürzungen bei denjenigen, die kaum Lobby haben, während denen mit Einfluss und Ressourcen geholfen wird, ist klassische Politik rechter Wirtschaftsideologie.
    2. Rollenbilder und Arbeitsnormen. Frauen in Teilzeit oder Familien, in denen ein Partner zuhause ist, passen besser ins konservative Weltbild. Maßnahmen, die Druck zur Vollzeitarbeit oder zur häuslichen Pflege erhöhen, korrespondieren mit einem Gesellschaftsmodell, das klassische Geschlechterrollen bevorzugt.
    3. Autoritärer Staat als Konzept. Wenn der Staat Leistungen entzieht und gleichzeitig Kontrolle und Anforderungen erhöht (z. B. höhere Arbeitszeiten), entsteht ein Machtgefälle, das erzwungen wirkt.
    4. Sündenböcke sind nie weit. Wird in Zukunft Kritik laut, werden wieder einzelne Gruppen – z. B. Menschen mit Migrationshintergrund – für strukturelle Probleme verantwortlich gemacht.

    Was wir tun können

    • Aufmerksam sein & laut werden: Künftig bei jeder Reform fragen: Wen trifft sie? Wen schützt sie?
    • Politische Verantwortung zentral setzen: Soziales darf nicht als Verhandlungsmasse im Haushalt verstanden werden.
    • Solidarität organisieren: Netzwerke, Verbände, zivilgesellschaftliche Bewegungen stärken, die Interessen der Betroffenen vertreten.
    • Alternative Finanzierungsmodelle fordern: Statt Kürzungen bei Schwachen könnten Reiche, große Konzerne und Privilegien stärker zur Kasse gebeten werden.

    Und alle CDU Wählenden so:

    Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber.

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  • Winziges Webserver-Experiment mit einer Wegwerf-E-Zigarette

    Ein Webserver im Vape-Stick

    Ein Bastler hat einen alten Vape Pen genommen und daraus einen funktionierenden Webserver gebaut. Im Inneren steckt ein PUYA Chip mit ARM Cortex-M0+. Normalerweise landet so ein Teil im Müll. Hier aber läuft ein kleines Stück Software, das Webseiten ausliefert.

    Der Trick: Er nutzt Semihosting, SLIP über USB-Serial und den winzigen uIP TCP/IP Stack. Trotz der sehr kleinen Ressourcen schafft es das Gerät, eine Seite in rund 160 Millisekunden zu laden.

    Details und Quellcode findet man hier: Projektseite auf GitHub

    Wegwerf-Chips schneller als unsere alten Rechner

    Es ist schon fast absurd. Vor 25 oder mehr Jahren haben unsere Eltern viel Geld bezahlt, damit wir einen PC oder eine Konsole haben. Damit wir Spiele spielen oder vielleicht unsere ersten Programme schreiben. Heute werfen wir Hardware mit mehr Leistung einfach weg.

    Damals: ein 486er oder Pentium mit ein paar Megabyte RAM war Luxus. Heute: Ein Einweg-Vape mit einem Cortex-M0+, Flash-Speicher und USB. Und wir sagen dazu: Müll.

    Ein kleines, kluges Experiment

    Natürlich wird daraus kein ernsthafter Webserver für eine Firma. Aber es zeigt, wie viel Leistung in winzigen Chips steckt, die für Wegwerfprodukte genutzt werden. Und es erinnert uns daran, wie schnell sich Technik verändert hat.

    Mehr Beispiele, Code und Hintergrund: VapeServer auf GitHub

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