30 Jahre Code und jetzt? Vom Programmierer zum Dirigenten

Ein Hobby wird erwachsen

Ich schreibe seit 30 Jahren Code. Zuerst war es nur ein Hobby. Dann wurde es mein Beruf. Ich liebe was ich tue. Aber jetzt ändert sich die Welt massiv. Das fühlt sich groß an. Man muss sein ganzes Arbeitsleben neu lernen.

Kutschen und Autos

Manche Leute sind sehr genervt von KI. Sie wehren sich dagegen. Das erinnert mich an früher. Damals wollten Kutschenbauer keine Autos. Heute wollen manche keine Wärmepumpen. Ich finde das anstrengend. Man kann den Fortschritt nicht aufhalten. Wir müssen lernen mit den neuen Werkzeugen zu arbeiten.

Die Umwelt im Blick

Alles hat einen Preis. KI braucht viel Energie. Tausende Tokens machen Kohlendioxid. Das dürfen wir nicht vergessen. Aber Effizienz hilft auch. Wenn ich in ein paar Stunden fertig bin, wo andere Wochen brauchten, spare ich Zeit. Es ist ein Balanceakt.

Werkzeuge die den Unterschied machen

In meinen Projekten nutze ich jetzt oft Hilfe. So zum Beispiel: (Es gibt viel mehr)

  • Spec Kit: Das ist von GitHub. Es hilft mir dabei meine Ideen in klare Pläne zu fassen. Ohne Plan gibt es nur schlechten Code. Hier der Link: https://github.com/github/spec-kit.
  • Skills.sh: Damit gebe ich der KI neue Fähigkeiten. Es ist wie ein Werkzeugkasten für Agenten. Schau es dir hier an: https://skills.sh/.

10 Aufgaben in Rekordzeit

Ich habe bei meinem Kunden ein ganzes Projekt gedreht. Früher hätte das Wochen gedauert. Jetzt ging es in Stunden. U.a. mit Claude CLI:

  • Navigation: Ein neues Menü für Handys wurde gebaut, weil bisher vergessen.
  • API: Alle Teile wurden fest mit dem Server verbunden.
  • Mocking: Fehlende Daten habe ich als lokale Data TS Daten angelegt.
  • MUI gelöscht: Ich habe alte Bibliotheken gegen moderne Komponenten des Kunden (DSM) getauscht.
  • UI Unterbau: Was fehlte habe ich als neue Komponenten erzeugt.
  • Design: Fonts und Stile passen jetzt genau zur Vorlage.
  • Sauberkeit: Prettier sorgt für Ordnung im Code.
  • Pipeline: Alles wird automatisch über GitHub Actions gebaut.
  • Doku: Ich habe alles für Confluence aufgeschrieben.
  • Check: Ich habe einen Plan für Barrierefreiheitstests durch Screenreader gemacht.

Werden wir jetzt arbeitslos?

Nein. Wir werden Orchestrierer. Wir schreiben nicht mehr jedes Zeichen selbst. Wir steuern die Maschinen. Es wird immer Leute geben die alles von Hand machen wollen. Wie bei Oldtimern oder analogen Fotos. Das ist okay für ein Hobby. Aber im Beruf ist das jetzt der Fortschritt. Es ist schade wenn sich das gewohnte ändert. Aber es ist auch eine große Chance.

Fediverse reactions

Kommentare

13 responses to “30 Jahre Code und jetzt? Vom Programmierer zum Dirigenten”

  1. @holger wie passt das zusammen? Auf der einen Seite schreibst du dass du statt Wochen nur Stunden brauchst, aber arbeitslos soll davon keiner werden?

    1. Ich habe es etwas anders geschrieben: Wer in den nächsten Jahren in den großen Agenturen und Softwareschmieden lernt, damit umzugehen und es anzunehmen, wird eher nicht seinen Job verlieren.

      Wer sich komplett verweigert, wird den Weg der Kutschenbauer, Kunstfotografen oder Lochkartenstecher gehen. Das sind Berufe, die durch Innovation fast verschwunden sind und heute nur noch Nischen bedienen.

      Die ganzen Tools und Ideen müssen auch umgesetzt werden. Menschen werden weniger arbeiten müssen. Sie können sich um andere wichtige Dinge kümmern oder schneller etwas Neues beginnen. Ich schreibe das explizit aus der Sicht der großen Agenturen und Beratungshäuser. Auch dort wird es weniger Coder und mehr Orchestrierer geben.

      Wir werden wieder profitabler, genau wie bei der Automatisierung. Das hat Arbeitsplätze gekostet, aber sie in andere Bereiche verlagert und zu besseren Bedingungen geführt.

      Und ja, es wird weh tun. Solche Biografien wie die der Boomer, die mit 18 anfingen und 45 Jahre im selben Betrieb blieben, wird es immer seltener geben.

      1. @holger wie gesagt, wenn aus mehreren wochen stunden werden, wird es nicht nur für absolute verweigerer schwierig. Naja. Ich kann das alles nicht mehr…. Menschen vor Profit!

        1. Als die großen Pressen im Automobilbau eingeführt wurden, mussten Karosseriebauer auch nicht mehr das Blech mühsam von Hand über die Formen dängeln. Oder die Abfüllanlagen das Bier in der Brauerei maschinell verschließen. Ja, es gibt immer noch Menschen die das als Hobby selbst von Hand machen. Aber alle anderen haben davon profitiert.

          Versteht mich nicht falsch, aber jetzt wird halt die Softwareentwicklung automatisiert.

          Wenn das noch zu weniger Arbeitszeiten führt: Top.

          Und das Beispiel oben ist ja nicht fertig, aber halt ein Beispiel für Effizienzsteigerung und Vorbereitung für die schönen Sachen der Optimierung des Interfaces, weil die Basis stimmt.

      2. @holger ausser dass halt Pressen oder andere Effizienzsteigerungen nicht unbedingt jeden Text, Bild, Video dieser Erde geklaut haben und Urheber nicht bezahlten..

        Und wann war das letzte mal als Effizienzsteigerungen dazu geführt haben, dass Arbeitszeiten von Angestellten reduziert wurde? Wie du schon gesagt hast, es geht um Profite, und zwar auf Kosten der gesamten Gesellschaft..

  2. @holger
    Um im Bild zu bleiben: die besten Dirigenten sind normalerweise die, die selber auch ein Instrument sehr gut beherrschen. Wie lerne ich das, wenn mir die KI das abimmt?

    1. Kein Mensch sagt, dass der Orchestrierer nicht mehr programmieren können muss. Das habe ich auch nicht geschrieben. Aber niemand hat Java-Bytecode in Frage gestellt, wenn dieser aus Java kompiliert wurde. Die Maschine hat das getan. Und je mehr die Tools Code verstehen, desto eher wird das auch besser. Niemand – auch ich nicht – sagt, dass das derzeit perfekt ist, es wird aber immer besser.

      1. @holger
        Das sag ich ja, die Orchestrierer müssen programmieren können. Aber wie sollen sie es lernen, wenn die Anfängeraufgaben von der KI erledigt werden?
        An anderer Stelle habe ich gelesen, dass man nun nur noch Senioprogrammierer braucht, keine Juniorprogrammierer mehr. Aber Senioren entstehen nunmal aus Junioren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert