Das eigene Netz wieder sauber bekommen
Zu Hause soll es ruhig sein. Man schaltet den Smart TV an und will einfach nur einen Film sehen. Stattdessen sieht man bunte Banner, Kacheln mit Reklame und Empfehlungen, die niemand bestellt hat. Viele Hersteller bauen ihre Geräte heute so, dass sie uns ständig etwas verkaufen wollen.
Ein kleiner Helfer im Netz ändert das komplett. Mit einem Pi-hole filterst du Werbung direkt an der Wurzel heraus. Wenn eine App oder der Fernseher nach Reklame fragt, bekommt das Gerät keine Antwort. Der Bildschirm bleibt leer und sauber.
DNS Filterung schlägt einfache Router-Tricks
Manche Router wie die FritzBox bieten kleine Filter an. Aber das ist oft grob und reicht nicht weit. Ein Pi-hole auf einem Raspberry Pi oder einem NAS packt das viel genauer an. Auf meinem System laufen über sechshunderttausend geblockte Adressen.
Das Schöne daran: Es greift für alle Geräte im WLAN. Selbst wenn Browser wie Chrome mit dem Manifest V3 die klassischen Blocker Erweiterungen schwächen, steht dein Pi-hole stabil davor. Wer Firefox nutzt hat ohnehin noch mehr Ruhe, aber die Basis im Netzwerk schützt auch Handys, Tablets und Fernseher ohne extra App.
Meine wichtigsten Filterlisten
Ein Blocker lebt von seinen Listen. Manchmal ist das hart gefiltert, aber es befreit ungemein:
- StevenBlack Unified Hosts (Standard Schutz gegen Malware und Tracker)
- Anti Axel Springer Hosts (Gegen Springer Tracker und Netzwerke)
- Smart TV Blocklist von hkamran80 (Sorgt für Ruhe auf TV Startbildschirmen)
- YouTube Ads 4 Pi-hole von kboghdady (Hilft bei bekannten Werbedomains)
- uBlacklist AI Blocklist (Hält künstlichen Müll aus den Ergebnissen fern)
- HaGeZi Pro TIF Blocklist (Sehr starker Schutz gegen Tracking)
Achtung bei Apple Geräten mit mobilen Daten
Wenn du ein iPhone oder iPad nutzt und dich wunderst, warum plötzlich wieder Werbung durchkommt: Schau in die WLAN Einstellungen.
Unter neueren Versionen gibt es die Option für den Verbindungshelfer. Ist dieser Schalter an, merkt das Gerät wenn eine Domain per DNS blockiert wird. Statt den Inhalt wegzulassen lädt das System die Werbung dann einfach über dein Mobilfunknetz nach. Schalte diese Hilfe im heimischen WLAN einfach ab. Nach einem kurzen Neustart des Geräts ist der DNS Cache geleert und alles wird wieder gefiltert wie es soll.
Kurzanleitung: So richtest du es ein
- Installiere Docker auf deinem Server oder Raspberry Pi.
- Starte das offizielle Pi-hole Docker Image mit festen Portfreigaben für Port 53.
- Öffne die Weboberfläche von Pi-hole und trage unter Adlists deine Wunschlisten ein.
- Öffne deinen Router und trage die IP Adresse deines Pi-hole als lokalen DNS Server für das Heimnetz ein.
- Starte deine Geräte neu, damit sie die neue Adresse übernehmen.
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