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Wenn das 2,4-GHz-Band stirbt: Ausfall der FRITZ!Box 7590 im Smart Home

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Der Knall im Smart Home: Wenn Rollos und Steckdosen offline gehen

Morgens bleiben die Rollos unten. Die Zwischenstecker schalten nicht mehr. Sensoren senden keine Messwerte mehr an die Zentrale.

Ein Blick auf das Smartphone zeigt vollen Empfang im 5-GHz-Netz. Laptops und moderne Telefone surfen problemlos. Im Router-Menü der FRITZ!Box 7590 steht das 2,4-GHz-WLAN brav auf aktiv. In der Realität kommt dort aber kein einziges Datenpaket mehr durch.

Günstige und bewährte Smart-Home-Komponenten wie Shelly, ESPHome, Tasmota oder Tuya nutzen fast ausnahmslos das 2,4-GHz-Band. Bricht dieses Frequenzband weg, steht die Heimautomation still. Geräte auf Basis von Matter und Thread laufen unbeeindruckt weiter. Die reine WLAN-Infrastruktur meldet dagegen Vollalarm.

Diagnose: Warum ausgerechnet die 7590 von 2018 diesen Fehler hat

Das Problem betrifft vor allem frühe Revisionen der FRITZ!Box 7590 aus den Baujahren 2017 und 2018. Es handelt sich um ein thermisches Problem auf der Platine.

Für die Stromversorgung des 2,4-GHz-WLAN-Moduls setzt AVM auf Linear- und Schaltspannungsregler. Häufig kommt hier der Step-Down-Converter MP1477 zum Einsatz. Über die Jahre altern die Bauteile und die umliegenden SMD-Kondensatoren durch die permanente Abwärme.

Irgendwann gibt der Spannungsregler auf. Er überhitzt, pfeift im Betrieb oder brennt schlicht durch. Öffnet man das Gehäuse einer betroffenen Box, sieht man im Bereich der Abschirmung oft verfärbte oder blasige SMD-Bauteile. Die Logik der Box glaubt weiterhin, das Band sei aktiv. Der Chip bekommt aber keine stabile Spannung mehr.

Sofortmaßnahme: Band abschalten, um Folgeschäden zu verhindern

Wer diesen Fehler bemerkt, sollte sofort handeln. Das 2,4-GHz-Band muss in der Weboberfläche der FRITZ!Box direkt deaktiviert werden.

Ein sterbender oder kurzgeschlossener Spannungsregler zieht oft übermäßig viel Strom. Lässt man das defekte Band eingeschaltet, drohen Folgeschäden auf der Hauptplatine. Die Hitzeentwicklung kann Leiterbahnen beschädigen oder Nachbarbauteile mit in den Abgrund reißen. Im schlimmsten Fall fällt danach auch das 5-GHz-WLAN aus oder die Box startet gar nicht mehr.

Das Abschalten schont die restliche Hardware. LAN-Anschlüsse, Telefonie und das 5-GHz-Netz laufen so stabil weiter, während man die nächsten Schritte plant.

Reparieren oder Weiterziehen: Bauteiltausch vs. Neuanschaffung

Für den Umgang mit dem Defekt gibt es drei klare Wege:

  • Herstellergarantie und Kulanz: AVM gibt fünf Jahre Garantie. Bei Geräten aus 2018 ist diese Frist meist abgelaufen. Ein Ticket beim Support schadet nicht, endet bei alten Boxen aber meist mit einer Absage.
  • DIY-Reparatur mit Heißluft: Der Tausch des defekten MP1477 und der Stützkondensatoren ist möglich. Dafür braucht man eine Heißluft-Lötstation, Flussmittel, eine ruhige Hand und idealerweise ein Mikroskop. Für normale Lötkolben sind die winzigen QFN- und SOT-Gehäuse zu klein.
  • Reparaturdienstleister: Auf Marktplätzen wie Kleinanzeigen oder eBay bieten freie Elektroniker die Reparatur für 30 bis 50 Euro an. Sie tauschen den Regler gegen robustere Komponenten aus. Das ist nachhaltig und spart Elektroschrott.
  • Neukauf für die Zukunft: Wer ohnehin auf Glasfaser wartet, kann den Moment für einen Wechsel nutzen. Modelle wie die FRITZ!Box 7690 – nur für DSL, oder die 5690 Pro bietet moderne Standards und schlägt die Brücke zwischen aktuellem DSL und kommendem FTTH-Anschluss.

Robuste Netze brauchen klare Trennung

Der Ausfall zeigt eine Schwachstelle zentraler Router. Hängt das gesamte Smart Home an einem einzigen 2,4-GHz-Zugangspunkt, führt ein kleiner Bauteilfehler zum Systemstillstand.

Standards wie Thread und Zigbee zeigen hier klare Vorteile, weil sie unabhängig vom WLAN funken. Wer weiter auf 2,4-GHz-WLAN für IoT setzt, sollte über getrennte Access Points nachdenken. Fällt dann ein Sender aus, bleibt der Rest des Hauses erreichbar.

Fediverse reactions

3 Kommentare zu „Wenn das 2,4-GHz-Band stirbt: Ausfall der FRITZ!Box 7590 im Smart Home“

  1. @holger Man kann den Satz so oder so lesen, aber die 7690 unterstützt kein Glasfaser, hat aber ansonsten moderne Technik verbaut.

    1. Guter Hinweis, ich habe es angepasst, dachte es zuerst auch, aber fand es dann ok, Aber da du es jetzt auch sagtest :-)

  2. JayJay

    Hi, bei Glasfaser Deutschland ist es z. B. eh kein Fiber to the Router, da reicht jeder Router mit Ethernet. Daher habe ich nach dem Sterben auch nur eine 4050 gekauft, DECT und brauchbares Wifi, mehr braucht es eigentlich nicht.
    Gibt es in Deutschland echt Anbieter mit Fiber to the Router und ja wozu?
    Dann habe ich eine potentiell durch den Endanwender zu bedienende Fiber-Leitung, das ist doch doof. Kaputte Ethernet Kabel sind ja schon oft genug eine Fehlerquelle für DAUs.

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