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Ruhe im Heimnetz: Warum ein Pi-hole jeden Smart TV besser macht

Das eigene Netz wieder sauber bekommen

Zu Hause soll es ruhig sein. Man schaltet den Smart TV an und will einfach nur einen Film sehen. Stattdessen sieht man bunte Banner, Kacheln mit Reklame und Empfehlungen, die niemand bestellt hat. Viele Hersteller bauen ihre Geräte heute so, dass sie uns ständig etwas verkaufen wollen.

Ein kleiner Helfer im Netz ändert das komplett. Mit einem Pi-hole filterst du Werbung direkt an der Wurzel heraus. Wenn eine App oder der Fernseher nach Reklame fragt, bekommt das Gerät keine Antwort. Der Bildschirm bleibt leer und sauber.

DNS Filterung schlägt einfache Router-Tricks

Manche Router wie die FritzBox bieten kleine Filter an. Aber das ist oft grob und reicht nicht weit. Ein Pi-hole auf einem Raspberry Pi oder einem NAS packt das viel genauer an. Auf meinem System laufen über sechshunderttausend geblockte Adressen.

Das Schöne daran: Es greift für alle Geräte im WLAN. Selbst wenn Browser wie Chrome mit dem Manifest V3 die klassischen Blocker Erweiterungen schwächen, steht dein Pi-hole stabil davor. Wer Firefox nutzt hat ohnehin noch mehr Ruhe, aber die Basis im Netzwerk schützt auch Handys, Tablets und Fernseher ohne extra App.

Meine wichtigsten Filterlisten

Ein Blocker lebt von seinen Listen. Manchmal ist das hart gefiltert, aber es befreit ungemein:

Achtung bei Apple Geräten mit mobilen Daten

Wenn du ein iPhone oder iPad nutzt und dich wunderst, warum plötzlich wieder Werbung durchkommt: Schau in die WLAN Einstellungen.

Unter neueren Versionen gibt es die Option für den Verbindungshelfer. Ist dieser Schalter an, merkt das Gerät wenn eine Domain per DNS blockiert wird. Statt den Inhalt wegzulassen lädt das System die Werbung dann einfach über dein Mobilfunknetz nach. Schalte diese Hilfe im heimischen WLAN einfach ab. Nach einem kurzen Neustart des Geräts ist der DNS Cache geleert und alles wird wieder gefiltert wie es soll.

Kurzanleitung: So richtest du es ein

  1. Installiere Docker auf deinem Server oder Raspberry Pi.
  2. Starte das offizielle Pi-hole Docker Image mit festen Portfreigaben für Port 53.
  3. Öffne die Weboberfläche von Pi-hole und trage unter Adlists deine Wunschlisten ein.
  4. Öffne deinen Router und trage die IP Adresse deines Pi-hole als lokalen DNS Server für das Heimnetz ein.
  5. Starte deine Geräte neu, damit sie die neue Adresse übernehmen.

Weiterführende Links

Fediverse reactions

13 Kommentare zu „Ruhe im Heimnetz: Warum ein Pi-hole jeden Smart TV besser macht“

  1. @holger Alternativ zu Docker kann ich eine Installation mit DietPi empfehlen. DietPi ist ein abgespecktes Debian Linux als Betriebssystem, bei dem man aus einer Softwareliste (allerdings nur über die Kommandozeile) unter anderem PiHole auswählen kann, was dann automatisch installiert und vorkonfiguriert wird.
    Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht und viele Jahre lang damit PiHole auf mehreren RaspberryPi 1 + 2 betrieben (und betreibe es noch bei Freunden und Familie).

    1. @holger Deine Blocklisten muss ich mir nochmal genauer anschauen, vor allem die für smarttv. Die fehlt mir, glaube ich, noch in meiner Liste.

      1. Ich habe absichtlich die Tools weg gelassen die CLIs oder seperate OS brauchen. Wobei der Raspberry natürlich auch mehr als nur einen Docker aufsetzen ist. „Normale“ Leute draußen sind oft schon mit ihrem Drucker überfordert. :)

        1. @holger Genau deshalb hatte ich DietPi erwähnt. ;) Ich persönlich fand es bis vor knapp 2 Jahren einfacher, für jeden Dienst einen Pi aufzusetzen, weil mich Docker erschlagen hat. Irgendwann habe ich meine zwischenzeitlich 5 Pis dann aber umgezogen auf einen viel potenteren NUC und mich dann nochmal mehr mit Docker beschäftigt. Ich verstehe zwar trotz portainer immer noch nicht jede Konfigurationseinstellung, aber es geht voran. ;) Aber gerade für die Einzelinstallationen nehme ich noch DietPi.

          1. @holger Ich habe in meiner Dokumentation nochmal nachgeschaut. Das hier ist die Liste, die ich primär bei meinen Installationen verwende: https://v.firebog.net/hosts/lists.php?type=tick
            Weil irgendwann wurde mir das Raussuchen auf https://filterlists.com/ zu viel und zu unübersichtlich.

            1. @Lippe

              Das ist ja viel mehr als bei mir, und bei mir sind schon fast 90.000 DNS EInträge geblockt.

              Heute so eine geringe Blockrate, weil ich den ganzen Tag im VPN des Kunden arbeite :)

              @holger@polente.de

    2. @Lippe @holger Ich kann aber trotzdem docker auf dietpi installieren und nutzen, oder?

      1. @dirksche

        Lippe weiß das sicher besser als ich. Sehe eigentlich keinen Grund dafür, dass nicht.

        @Lippe @holger@polente.de

      2. @dirksche DietPi hat einen ganzen Haufen an leicht zu installierender Software, darunter auch Docker. Hier gibts die lange Liste, die auch regelmäßig erweitert wird: https://dietpi.com/dietpi-software.html

        Zusätzlich dazu kannst du natürlich auch "alles" selbst installieren, was du möchtest. Das geht aber dann nicht über den Befehl dietpi-software sondern über die Anleitung der jeweiligen Software. In DietPi steckt ein sehr abgespecktes Debian.

        Ich habe es nur für PiHole genutzt.

        @holger

        1. @Lippe @holger Vielen Dank für euren Support. Hab DietPi geflasht und konfiguriere gerade den Pihole. Danach ist nginx als reverse proxy dran. Und natürlich pivpn

          1. @dirksche Ha, cool, direkt angefixt! Viel Erfolg! :)

            Berichte gerne, wie es für dich taugt! Ich bin mittlerweile auf einen Intel NUC umgestiegen mit Proxmox und diversen LXCs und VMs. Also nix mehr mit Leichtgewicht… ;) Anfangs hatte ich aber auch dort eine DietPi VM für PiHole laufen, die irgendwann von einem LXC (https://community-scripts.org/scripts/pihole) abgelöst wurde.

            @holger

            1. @Lippe @holger Bis jetzt habe ich für pihole, pivpn, unbound und mollysocket immer das klassische raspian light os headless installiert. Pihole und unbound habe ich schon seit Jahren laufen und bin glücklich. Die Installation ist natürlich noch ein paar Befehle leichter, wenn ich die Programme aus einer Software Liste aussuchen kann. Leider hab ich kein Backup meines alten piholes, mal schauen was ich noch von der sd card ziehen kann. Nach einem apt update und dist-upgrade gestern lief plötzlich nichts mehr. Und bevor ich jetzt stundenlang repariere, setze ich lieber neu auf. Diesmal halt mit Diet Pi ?

            2. @Lippe @holger Hab diesmal versucht die wichtigsten config Dateien und Datenbanken mit rüberzuziehen. Hat anstandslos geklappt. Ohne Backups einspielen zu müssen.

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