Businesskasper und andere Wichtigtuer

Auf meinen Fahrten zwischen den Städten benutze ich regelmäßig Bahn, das ist schon ein wesentlicher Unterschied zu den anderen Menschen die geschäftlich oft mit dem Flugzeug unterwegs sind. Dass man dabei dennoch immer wieder wichtigenervige Typen trifft, oder auch nur einfach ertragen muss, ist einfach so. Dieses teilweise aufdringliche Verhalten gehört wohl zum Verhaltensmuster von Menschen, sobald diese sich wichtig vorkommen. Letzte Woche saß zum Beispiel eine Frau im Zug am Ende des Abteils, die wichtig von aitschpidotcom (hp.com) redet und dann noch ihre E-Mail-Adresse laut hinausposaunt, damit auch jeder weiß, wo sie jetzt tolles arbeitet. Ich wünsche Ihr einen verbalen Spamrobot an den Hals.

Man trifft auch immer wieder Leute die einem unterwegs unbedingt erzählen wollen wo sie gerade hinfahren, oder woher sie kommen. Unterstrichen wird das dann meist noch mit wichtigem Gehämmer auf dem Laptop. Ich gebe zu, ich arbeite auch im Zug, aber ich finde es äußerst unangenehm, wenn jemand dabei hinter mir sitzt und auf das Display schauen kann. Bully hat dazu einen witzigen Sketch gedreht:

[youtube zzUR27Cg-Ck]

Danke Fred 😉

Schlimm finde ich auch die Im-Zug-Biertrinker natürlich kann man mal ein Bier im Zugrestaurant trinken und wieder an den Platz zurück. Wieso Leute aber flaschenweise Vorräte im Rucksack haben, ist mir ein Rätsel. Aber irgendwoher muss dann doch die Zahl von 1,6 Millionen Alkoholikern in Deutschland kommen. Witzig ist dann, dass diese Leute oft lautstark über Verspätungen wettern und »das nächste Mal sicherlich wieder Auto fahren«. Machen die das dann auch unter Alkoholeinfluß, oder lügen die und haben gar keinen Führerschein mehr? Man kann halt nicht alles im Leben haben.

Nervig sind auch die Omis, die zwar ein Handy (Mobiltelefon) haben, aber nicht wissen wie man dieses leise und vibrierend klingeln lassen kann. Zuerst klingelt es laut und bis sie es gefunden haben, hat der Anrufer aufgelegt. Dann rufen Sie zurück nur um zu sagen, dass sie bald da sind und der Angerufene sich keine Sorgen machen muss, dass etwas passiert, wobei man merkt, dass Omi selbst diejenige ist, die vor der Reise in die große weite Welt am meisten Angst hat. Ächz. Übertroffen wurde das vor Kurzem nur von einem älteren Ehepaar, die aus Angst die Koffer könnten aus den Gepäckschienen weg kommen, diese zwischen den Beinem – am Vierertisch – behalten haben. Die Leute gegenüber waren sichtlich genervt. Der Höhepunkt war dann, dass diese dauernd SMS geschrieben und erhalten haben und der Mann diese seiner Frau laut, wahrscheinlich war Schwerhörigkeit, Weitsichtigkeit und Leseschwäche im Spiel, vorlas.

Vor längerer Zeit war dann eine korpulente Frau vor mir gesessen, die plötzlich eine Tupperschüssel mit irgendwelchem gebratenen Hühnchenfleisch und in Zwiebelsauce eingelegte Nudeln und Gemüsebrocken auspackte und diese mit einer Zange in Ihren wohlgenährten Körper schob. Urplötzlich war das gesamte Abteil von wabernden Schwaden erfüllt und alle Leute schauten angewidert. Ich konnte nicht anders und bat die Frau das Zeug draussen zu essen. Sie machte erschrocken die Schüssel zu und schaute böse. Dafür schauten, da ich meine Bitte recht laut aussprach, 20 anderer Leute hämisch und glücklich grinsend. Gottseidank ist Tupper dafür bekannt geruchsdicht zu verschließen. Ich finde, das gehört auch zu Zivilcourage. Ich selbst habe schon aus Bedenken, dass es zu sehr riechen könnte, manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn ich eine Wurststulle auspacke.

Andere Leute haben da wirklich gar keine Bedenken. Erst am Freitag packte ein älteres Ehepaar, aus Gesprächen merkte ich, dass es Lehrer waren, massig Tupperware, in der sich Käsestücke, Gemüsestücke und Brote befanden, aus. Auch eine Dose mit Hühnchenflügeln befand sich darunter, ich ahnte Böses. Aber irgendwie stank das Zeug nicht ganz so widerlich. Ich ging trotzdem aus dem Abteil. Dennoch frage ich mich, wieso Leute das machen.

Noch viel interessanter dabei ist, dass man solche Leute hauptsächlich in der zweiten Bahnklasse, oder auf den Billigflügen trifft, die ich gerne buche, weil ich einfach auf’s Geld achten musswill.

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